Meine Kindheit und Jugend habe in einem kleinen Dorf in der Pfalz verbracht. Ich bin direkt am Waldrand aufgewachsen und der Wald war für mich als kleine „Ronja“ oder „Rote Zora“ sowohl Rückzugs- als auch Kraftort und ein natürlicher Abenteuerspielplatz. Ich habe den Wald lieben gelernt, den Geruch nach feuchter Erde, Sonnenlicht, das in Flecken durch die Äste fällt, rauschenden Baumkronen über mir. Meine starke Naturverbundenheit stammt aus diesen ersten Erfahrungen.
Außer in der Großfamilie war ich auch sonst in fast allen Gruppen unterwegs, die das Dorf geboten hat: Tennisdamenmannschaft, Leichtathletik, Turnen, Jazzdance, DLRG, KJG und Chor. Ein Trainer von mir meinte damals: „Du musst Dich irgendwann mal entscheiden.“ Noch heute sage ich: Warum? Wenn es doch so Vieles Spannendes und Neues zu entdecken gibt!
Mit dieser Haltung von Neugier und bin ich dann 1994 direkt nach dem Abitur nach Tübingen, um dort zu studieren: Komparatistik, Neuer englische Literatur, Kunstgeschichte und Rhetorik. Warum nur 3 Fächer, wenn auch 4 spannend sind. Schon nach einem Jahr war klar, dass ich Theater machen möchte und ich am Zimmertheater Tübingen begonnen, mich auf den Weg zu machen, Regisseurin zu werden, leitete Regieprojekte und eine Kabarettgruppe im studentischen Theater, absolvierte Regieassistenzen in Tübingen, Dublin und Zürich parallel zum Studium. 2001 nach Abschluss des Studiums war ich weiterhin in diesem Bereich tätig und zog 2003 nach Nürnberg, um am Staatstheater Profiregisseurin zu werden Nach einigen Jahren als Regisseurin ging dieser Weg zu Ende, als mir bei einem erste großen eigenen Projekt mit den ehemaligen Beschäftigten der AEG Hausgeräte AG bewusst wurde, wie wenig wertschätzend im Theaterbetrieb mit „echten Menschen“ umgegangen wird. Ein Wendepunkt.
Direkt danach habe ich mich der Rettung des Casablanca Kinos verschrieben. Gemeinsam mit vielen anderen engagierten Menschen, habe ich das Projekt für eine Steuerungsgruppe koordiniert und war nach der erfolgreichen Rettung letztlich 2 Jahre lang die künstlerische Leitung des Filmkunsttheaters.
Was alles miteinander möglich ist, wenn Menschen sich einer Sache verschreiben, weiß ich seither nicht nur theroretisch, sondern aus eigenem Erleben, eine Erfahrung, die mich tief geprägt hat.
Da das Buchen von Filmen mich nicht kreativ ausgefüllt hat, habe ich 2010 wieder begonnen zu inszenieren und habe noch einem Aha-Moment in einem Seminar meine Energie auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an Kindergärten, Grund- und Mittelschulen gerichtet. Mir war klar geworden, dass ich Menschen in ihrer Entwicklung unterstützen wollte – etwas, das in der Arbeit mit Schauspieler*innen im Profitheater nicht unbedingt gewünscht ist.
Daher habe ich seither verstärkt Projekte in der freien Szene zu gesellschaftlich relevanten Themen mit sogenannten „Expert*innen des Alltags“ entwickelt. Tanzprojekte mit jungen, unbegleiteten Geflüchteten, Schreibprojekte mit queeren Geflüchteten, ein Theaterprojekt im letzten Jahr mit Menschen aus russischen Anrainerstaaten.
Ebenfalls 2010 begann ich mich in Gewaltfreier Kommunikation fortzubilden, um eine Sprache zu finden, wie Menschen wertschätzender miteinander umgehen können. Ich vermittle die Haltung der GFK heute unter der Überschrift „Verbindende Kommunikation“. Nach ein paar Jahren mit der GFK und dem Weitergeben an Erwachsene, Kinder und Jugendliche an Schulen mit Theaterpädagogik habe ich gemerkt, dass ich noch mehr darüber wissen möchte, was Menschen im Inneren bewegt, diese Haltung zu leben. Immer mit dem Ziel: Verbundenheit herzustellen zwischen Menschen, um gesellschaftlichen Wandel gemeinsam voranzutreiben.
Ich habe daher eine 4-jährige Gestaltausbildung in Beratung, Coaching und Therapie absolviert, die meine humanistische Haltung gestärkt hat und die heute in alles einfließt, was ich anbiete.
Um noch einen Fokus auf den Arbeitskontext zu legen und Menschen zu begleiten, die in „Macht mit“-Strukturen auf Augenhöhe zusammenarbeiten, habe ich eine weitere Ausbildung zum Coach für New Work mit hypnosystemischen und systemischen Methoden ergänzt, die mich befähigt, förderlich in diesem Kontexten mit Einzelpersonen und Team zusammenzuwirken.
Weitere achtsamkeitsbasierte Fortbildungen in Theory U und Presencing Theatre folgten, um notwendige Change Prozesse mit dem Fokus auf Körperwahrnehmung in Gruppen zu unterstützen.
Mit diesem breitgefächterten Wissen und meinen Erfahrungen aus all diesen Bereichen und meiner tief verankerten humanistischen und wertschätzenden Haltung, begleite ich in meinen Angeboten heute Einzelpersonen und Teams ganzheitlich bei ihren Entwicklungsaufgaben und freue mich über jeden Schritt, der Menschen gemäß meines Mottos „gemeinsam wirksam“ werden lässt.